Case Study

GRAND CENTRAL FRANKFURT

Architect
Jo. Franzke Generalplaner GmbH in Zusammenarbeit mit Sweco GmbH
Project completion date
Client
Grand Central Projektgesellschaft GmbH & Co. KG, bestehend aus PHOENIX Real Estate Development und Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main
Localisation

Adam-Riese-Straße 11-13 Frankfurt am Main 60327 Deutschland

Neubau der DB Unternehmenszentrale Grand Central in Frankfurt am Main

Mit Sonnenschutzgläsern von Saint-Gobain

Partner-Unternehmen aus dem Netzwerk CLIMAplusSECURIT fertigen gebogene Eckgläser und über 12.000 Quadratmeter hochwertiges Fassadenglas. Das ehemalige Gelände des Postverteilzentrums am Frankfurter Hauptbahnhof hat in den vergangenen Jahren mit der Etablierung eines Nutzungsmix aus Verwaltung und Wohnen eine umfassende strukturelle Wandlung erfahren. Erster Teil der Neuentwicklung dieses über 55.000 Quadratmeter großen Areals ist das „Grand Central Frankfurt“. Als Hauptmieter dieses Neubaus konnte der Schienennetzbetreiber DB Netz AG gewonnen werden. Dessen rund 2.200 Mitarbeiter waren bisher auf 15 verschiedene Bürostandorte im Stadtgebiet verteilt. Im Februar 2021 zogen sie, wie vorgesehen, nach drei Jahren Bauzeit in das neue, LEED Gold zertifizierte Headquarter ein. 

Der Komplex, für den die Planungsbüros Jo. Franzke Generalplaner und Sweco GmbH verantwortlich zeichnen, steht an der Stelle des rückgebauten „Betriebsgebäudes West“ und umfasst eine Grundstücksfläche von knapp 30.000 Quadratmetern. Er setzt sich aus zwei siebengeschossigen, in Kammstruktur konzipierten Gebäuden zusammen. Die in Stahlbeton konstruierten Baukörper bilden, der Grundform geschuldet, zwei große, begrünte Innenhöfe sowie drei dreiseitig umfasste Außenräume aus. Ebenerdig sind die beiden Bauten miteinander verbunden; hier liegen Foyer, Konferenzbereich und Betriebskantine, während die Obergeschosse der Büronutzung vorbehalten sind. Eine Technikebene befindet sich auf dem Dach.

Alle Ansichten sind gleich gestaltet und machen die beiden Volumina als Einheit ablesbar. Die Gliederung der Fassaden in deckenhohe Fenster- und weiße, blechverkleidete Brüstungsbänder basiert auf dem Horizontalraster von 1,35 Meter. Dadurch wird im Innenraum eine flexible Grundrissaufteilung gewährleistet. Charakteristisch für das „Grand Central Frankfurt“ ist aber auch die Tatsache, dass die Gebäudeecken rund gestaltet sind. So nimmt das Äußere Bezug auf die aerodynamische Form der vorbeifahrenden Züge, aber auch auf das Geschehen selbst.

 

GEBOGENES SONNENSCHUTZGLAS

Dem Wunsch des Bauherrn entsprechend, sind die Eckgläser als Viertelkreis in einem Stück ausgeführt und weisen zusammen mit den planen Glasflächen eine einheitliche Optik auf. Um diese Anforderung optimal zu erfüllen, bot sich das Saint-Gobain Sonnenschutzglas COOL-LITE XTREME an. Das Bogenmaß der Viertelkreisscheiben beträgt 2.695 Millimeter, die Höhe 2614 Millimeter. Jede gebogene Scheibe wiegt 440 Kilogramm. Verbaut wurden davon insgesamt 140 Stück mit einer Gesamtfläche von rund 945 Quadratmetern. Carsten Kunert, Verkaufsleiter des verarbeitenden Betriebs vandaglas berlin (ehemals Döring Glas), erklärt: „Wir haben das Isolierglas auf Grund der Größe und Geometrie mit 2 x Verbundsicherheitsglas STADIP Protect 66.4 und der Saint-Gobain-Beschichtung COOL-LITE XTREME 60/28 II spezifiziert. Auf dieser Basis wurden im Anschluss der Planglas-Aufbau, seine Dimensionierung und die entsprechenden Glaseinheiten definiert.“ Der reine Biegeprozess einer Scheibe dauerte in der Regel zwischen sechs und sieben Stunden. Damit alle Elemente durchgängig die gleiche Kontur und die gleiche Form besitzen, wurden bei vandaglas berlin zunächst Testbiegungen durchgeführt, um eine kontinuierliche Prozessverarbeitung der Beschichtung und des Glasaufbaus zu gewährleisten.  Dieses garantiert, dass die visuelle Qualität der Gläser stets reproduzierbar ist.

 

GROSSE SCHEIBENMASSE IM GESAMTEN GEBÄUDE

Die rund 12.000 Quadratmeter ebener Fassadengläser stammen aus dem Werk des CLIMAplusSECURIT-Partners Glas Herzog aus Waghäusel. Dieser fertigte in der eigenen Isolierglasproduktion zudem die Scheiben für die Pfosten-Riegel-Fassade des Eingangsbereichs. Auch hier kam als Sonnenschutz COOL-LITE XTREME 60/28 zum Einsatz. Allerdings wurden wegen der größeren Abmessungen – die Scheiben sind 3,20 auf 3,17 Meter groß – dickere Aufbauten als bei den Gläsern der Regelansichten verwendet.

"Es war das größte Projekt, das wir bisher realisiert haben. So eine Menge an Gläsern parallel zum Tagesgeschäft in extrem kurzer Zeit fristgerecht zu fertigen, hat uns herausgefordert“, sagt Andreas Herzog junior, einer der Geschäftsführer. Gerade auch mit Blick auf den straffen Zeitplan ein Kraftakt für das mittelständische Unternehmen: „Das Projekt startete im November und bis Ende Mai haben wir die Fenster geliefert. Besonders war auch die Ausführung der Pfosten-Riegel-Konstruktion. Denn die überdimensional großen Scheiben mussten wir mit einem Innenlader auf die Baustelle transportieren. Sehr komplex das Ganze, aber das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen!“.

PROJEKTDATEN

Objekt: Grand Central Frankfurt

Bauherr: Grand Central Projektgesellschaft GmbH & Co. KG, bestehend aus PHOENIX Real Estate Development und Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main

Architekt: Jo. Franzke Generalplaner GmbH in Zusammenarbeit mit Sweco GmbH. Fassadenentwurf: Neumann Architekten GmbH

Standort: Hafenstraße, 60327 Frankfurt am Main

Glaslieferant: Glas Herzog GmbH, Waghäusel (Haupt-Glasverarbeiter planes Glas); vandaglas berlin (gebogenes Glas); beide Partner aus dem Saint-Gobain Netzwerk CLIMAplusSECURIT, CSP; BGT Bischoff Glastechnik GmbH, Bretten (bedruckte plane Fassadengläser); Thiele Glas.

Gläser: STADIP mit CLIMAPLUS COOL-LITE XTREME 60/28 plan und gebogen

Fassadenplaner: Christian Bonik Fassadenberatung, Bernsheim

Fassadenbauer: IGM GmBH & Co. KG Fenster und Fassaden, Medard

Fertigstellung: 2021

Fotos: Copyright Groß & Partner