Case Study

Projekte für echte Kreislaufwirtschaft

Localisation

Hohweg 5 Bremen 28219 Germany

Saint-Gobain Glass setzt europaweit Maßstäbe für gelebte Kreislaufwirtschaft: durch das Rückbauen, Sortieren, Recyceln und Wiederverwenden von Glas sowie durch Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Die folgenden Projekte zeigen, wie Kreislaufdenken bereits heute im Gebäudebestand wirkt – ökologisch, wirtschaftlich und architektonisch.

Urban Mining im SAS‑Hauptsitz Stockholm

Eine Ikone der 1980er-Jahre wird nachhaltig modernisiert

Im ehemaligen Hauptsitz der Fluggesellschaft SAS in Stockholm wurde eines der größten Glasrecyclingprojekte umgesetzt, die Saint‑Gobain bisher begleitet hat. Der komplexe Gebäudeteil „Gate:01 Frösundavik“ erhielt im Rahmen einer umfassenden Generalsanierung eine völlig neue Verglasung. Zuvor wurden jedoch sämtliche alten Glas-Elemente Stück für Stück demontiert und sorgfältig sortiert, um eine sortenreine Aufbereitung zu gewährleisten.
 

50 Tonnen Altglas zurück im Kreislauf

Der Fassadenbauer ScandiFront entfernte die Verglasungselemente präzise, während das Recyclingunternehmen Ragn‑Sells die Glasscheiben von Metallresten befreite und für die Wiederverarbeitung vorbereitete. Insgesamt wurden rund 50 Tonnen Altglas recycelt und zu neuem Flachglas verarbeitet – ein bedeutender Beitrag zur Reduktion des CO₂-Fußabdrucks, denn jede Tonne recycelten Glases spart etwa 300 kg CO₂.

Neue Hochleistungsverglasung für mehr Komfort und bessere Energiebilanz

Im Anschluss wurde die Magistrale mit COOL‑LITE XTREME 70/33 auf DIAMANT‑Glas neu verglast. Diese hochselektive Beschichtung lässt viel Tageslicht ins Gebäude, reduziert gleichzeitig die solare Wärmeaufnahme und sorgt so für eine angenehmere Temperatur und eine bessere Energiebilanz. Das Projekt trägt wesentlich zur heutigen BREEAM- und Fitwel-Zertifizierung bei und zeigt, wie durch Urban Mining sowohl ökologische als auch funktionale Verbesserungen erzielt werden können.
 

Vorbild für Urban Mining im Gebäudebestand

Das SAS-Projekt gilt heute als Best‑Practice-Beispiel dafür, wie Urban Mining in bestehenden Gebäuden erfolgreich umgesetzt werden kann – sogar bei komplexen, großflächigen Glasfassaden. Es vereint nachhaltige Materialkreisläufe mit einer deutlichen Steigerung von Komfort, Transparenz und Energieeffizienz und bietet damit ein Modell für zukünftige Sanierungen in ganz Europa.

 

Fassaden‑Revitalisierung bei Metallbau Lenderoth in Bremen

Ein Pionierprojekt für echte Kreislaufwirtschaft

In Bremen wurde ein wegweisendes Projekt umgesetzt, das zeigt, wie umfassend Kreislaufwirtschaft im Fassadenbau heute bereits realisierbar ist. Beim traditionsreichen Metallbauunternehmen Lenderoth wurde die alte Aluminium‑Glas‑Fassade vollständig zurückgebaut, sortenrein getrennt und anschließend als moderne, energieeffiziente Gebäudehülle wieder aufgebaut. Die ursprüngliche Fassade aus den 1970er-Jahren war energetisch überholt, weshalb sich das Unternehmen bewusst für einen komplett kreislauffähigen Ansatz entschied.

Recyclingprozesse für Aluminium und Glas

Alle Aluminiumkomponenten wurden in das Hydro‑Werk in Dormagen transportiert und dort vollständig recycelt. Aus dem Altmaterial entstanden neue Profile aus dem End-of-Life-Aluminium Hydro CIRCAL 100R, das zu 100 % aus zurückgewonnenem Aluminium besteht und einen extrem niedrigen CO₂-Fußabdruck aufweist. Parallel wurde das gesammelte Glas in den Recyclingprozess gegeben, zu Scherben aufbereitet und als Basis für die Produktion neuer Isoliergläser genutzt. Verbaut wurde anschließend das CO₂-reduzierte Glas ORAÉ von Saint-Gobain, das dank eines Scherbenanteils von rund 64 % besonders ressourcenschonend hergestellt wird.

Ergebnis: 370 m² neue Fassade und 24,6 Tonnen CO₂-Ersparnis

Durch die konsequente Nutzung von Sekundärrohstoffen entstand eine etwa 370 m² große Fassade, die nicht nur architektonisch überzeugt, sondern auch 24,6 Tonnen CO₂ einspart. Geschäftsführer Christophe Lenderoth betont, dass es ihm wichtig war, nicht nur die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern, sondern gleichzeitig eine Vorreiterrolle beim Einsatz recycelter Materialien einzunehmen. Das Projekt ist heute ein starkes Beispiel dafür, wie hochwertige Architektur und Klimaschutz Hand in Hand gehen können.

OBJEKTDATEN

Objekt: Bürogebäudes von Metallbau Lenderoth 

Bauherr: Christophe Lenderoth GmbH

Standort: Hohweg 5,  28219 Bremen

Fassade: WICTEC 50 aus Hydro CIRCAL 100R und Hydrol CIRCAL100R

Gläser: ORAÉ

Fassadenbauer: Christophe Lenderoth GmbH

Fertigstellung: 2024

 

Objekt: Gate:01 Frösundavik, Stockholm/SWE

Auftraggeber: Mengus,Stockholm/SWE

Standort: Frösundavik, Stockholm/SWE

Architektur: NIELSTORP+Arkiekter AS, Osli/NO (1987)

Fassadenverkleidung: ScandiFront AB,Täby, Stockholm/SWE

Gläser: COOL-LITE XTREME 70/33 II auf Diamant

Glasrecycling: Ragn-Sells AB, Sollentuna/SWE

Fassadenbauer: Christophe Lenderoth GmbH

Zertifizierung: BREEAM, Fitwel

Renovierung: 2020-2021