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Mona Neubaur Pressekonferenz
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"ENERGIE HERZOGENRATH: STROM & WÄRME"

Weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität: Unterzeichnung Absichtserklärung "Energie Herzogenrath: Strom & Wärme" - Glasstandort Herzogenrath setzt weiteren Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Städteregion Aachen.

Unterzeichnung Absichtserklärung

Im Beisein der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur unterzeichneten am heutigen Freitag (17. März) Dr. Benjamin Fadavian, Bürgermeister der Stadt Herzogenrath, und  Pascal Decker, Geschäftsführer von Saint-Gobain Glass Deutschland, zusammen mit Christoph Schütte, Managing Director Siemens-Energy Deutschland, einem Vertreter des regionalen Energieversorgers enwor sowie Christian Güthert, CEO EDF Deutschland, die Absichtserklärung zur Wasserstoffproduktion und zur Nutzung von industrieller Abwärme am Saint-Gobain Glasstandort in Herzogenrath. In einem weiteren Schritt beabsichtigen Herzogenrath und Kerkrade, eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Wärme- und Energieversorgung aufzubauen.

 

Mona Neubaur Pressekonferenz

 

Das Ziel der klimagerechten Stadt Herzogenrath hat richtungsweisende Aspekte, die bei der Zusammenarbeit der Projektpartner erstmalig umgesetzt werden sollen. Saint-Gobain betreibt an dem Standort in Herzogenrath seit vielen Jahrzehnten eine energieintensive Glasproduktion, die bisher mit fossilen Energieträgern betrieben wurde. Beim anstehenden Umbau der Glasproduktion soll Erdgas durch einen größeren Anteil Strom sowie grünen Wasserstoff ersetzt werden. Hierfür ist neben den verfahrenstechnischen Umbauten an der Glaswanne auch die Errichtung eines Elektrolyseurs vorgesehen. Dieser soll mit regenerativem Strom möglichst aus lokalen Quellen betrieben werden.

 

Die bei den Glasherstellungsprozessen anfallende industrielle Abwärme, sowie die Abwärme des Elektrolyseurs, sollen als Quelle für ein lokales Wärmenetz zur Verfügung stehen. Die Ausdehnung dieses neu zu errichtenden Wärmenetzes kann sich von dem Werksstandort in Herzogenrath bis nach Merkstein, Kohlscheid und in das niederländische Kerkrade ausdehnen. Die industrielle Abwärme ersetzt bei den Gewerbebetrieben und Haushalten die bisherigen Gas- und Ölheizungen durch günstige und klimaneutrale Fernwärme.

 

Dank der Umstellung der Glasproduktion von Erdgas auf Wasserstoff und einen größeren Stromanteil wird erstmalig ein klimaneutrales Glasprodukt in Herzogenrath erzeugt und damit der Industriestandort NRW gestärkt. Um darüber hinaus die Entkoppelung der Wasserstoffproduktion vom überregionalen Stromangebot zu erreichen, sind zusätzliche regionale Stromerzeugungskapazitäten aufzubauen und die Verknüpfung des Industriestandortes in Herzogenrath mit den künftigen niederländischen und deutschen Wasserstoffnetzen aufzubauen. 

Stimmen zur Unterzeichnung

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: „Der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien und die klimafreundliche Transformation unserer Wirtschaft gelingt nur im Schulterschluss mit starken Partnern. Das beherzigt die Stadt Herzogenrath in ihrer zukunftsweisenden Energiestrategie und bezieht dabei auch unsere europäischen Nachbarn mit ein. Künftig wird Glas hier mithilfe von Wasserstoff klimaneutral hergestellt und die entstehende Abwärme zugleich vor Ort als grüne Heizenergie genutzt. Das ist beispielgebend für den nachhaltigen Umbau der Industrie im Rheinischen Revier und in Nordrhein-Westfalen.“

 

Raimund Heinl, CEO Saint-Gobain Deutschland & Österreich: „Um die ehrgeizigen Klimaneutralitätsziele zu erreichen, setzt die Saint-Gobain Gruppe auf industrieller Ebene in erster Linie auf die Verbesserung der Energieeffizienz bei den CO2-emissionsfreien Herstellprozessen. Grüner Strom ist dabei die erste Wahl, Wasserstoff ersetzt fossile Energieträger, wenn ein elektrischer Heizprozess wie im vorliegenden Fall bei der Floatglas-Schmelze nicht ausreicht. Dazu gehören auch ausgeklügelte Abwärme-Nutzungskonzepte, von denen auch Partner außerhalb des Firmenstandortes profitieren werden. Wir sind andererseits aber auch auf externe Partner angewiesen, damit unser Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden kann. Eine klimagerechte Städteregion Aachen zu erzielen, gelingt nur miteinander, ganz im Sinne unseres Purpose MAKING THE WORLD A BETTER HOME.“ 

 

Dr. Benjamin Fadavian, Bürgermeister Stadt Herzogenrath: „Die Unterzeichnung dieser Absichtserklärung ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zur klimagerechten Stadt. Wir freuen uns über die Pläne von Saint-Gobain, in unserer Stadt die erste wasserstoffbetriebene Glaswanne zu errichten und somit langfristig auf diesen Industriestandort zu setzten. Wir danken den anderen Projektpartnern für die Unterstützung beim Ausbau des Wärmenetzes und hoffen bald auch eine Wärmeleitung zu unserer niederländischen Partnerstadt legen zu können. Auch die Verbindung zwischen dem niederländischen und deutschen Wasserstoffnetz ist ein erklärtes Ziel der Stadt Herzogenrath.“

 

Christoph Schütte, Managing Director Siemens Energy Deutschland: „Grüner Wasserstoff, Wärme und ein sicheres Energiesystem sind die Innovationen, die Siemens Energy in das Projekt einbringt. Eine integrierte Elektrolyseur- und Wärmepumpenlösung ist ein „Game Changer“ für die Wasserstoff-Wirtschaft, da Energie optimal genutzt und die grüne Wärmeversorgung von Haushalten und Industriebetrieben sichergestellt werden kann. Wir freuen uns über die Möglichkeit in Herzogenrath – im Herzen Europas – ein solches Projekt mit starken Industriepartnern und der Unterstützung des Landes und des Bundes anzugehen“.

 

Christian Güthert, CEO EDF Deutschland: „EDF will mit Strom und innovativen Lösungen und Dienstleistungen eine Netto-Null-Energie-Zukunft schaffen und gleichzeitig Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung fördern. Wir sind überzeugt, dass dies erreicht werden kann, wenn Städte, Gemeinden, der öffentliche und der private Sektor Hand in Hand arbeiten. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern heute den Startschuss für dieses Leuchtturmprojekt der Energiewende geben können“.