„Veil and vault"
„Veil and vault“ nennen die Architekten von Diller Scofidio + Renfro ihr Konzept für das Museum The Broad, das zwei unterschiedliche und klar ablesbare Funktionen in einer Form vereint: Die gewölbte Betonkonstruktion (veil) im Inneren beherbergt wie ein Tresor die rund 2.000 Kunstwerke umfassende Privatsammlung zeitgenössischer Kunst der Museumsstifter Eli und Edythe Broad. Die Flächen unter und über diesem nicht-öffentlichen Lager dienen der Ausstellung und werden als Ganzes vom Schleier (vault) umschlossen, dessen wabenähnliche Gitterstruktur aus glasfaserverstärktem Weißbeton wie ein schwebender Überwurf wirkt.
Die perforierte Struktur erzeugt eine atemberaubende, halbschattig gefilterte Lichtstimmung auf der oberen Ausstellungsebene, die einen bewussten Kontrast zu den meist gleißend-hellen Straßen von Los Angeles bildet. Auch im Erdgeschossteil der Ausstellung, der wie eine Hohlform aus dem Betongewölbe des Lagers herausgearbeitet ist, wurde das Tageslicht gezielt als wohltuender Halbschatten inszeniert, der teils durch den Schleier, teils durch die auskragende Gebäudestruktur entsteht.
Hohe, neutrale Verglasung
Um diesen zweifachen Lichtcharakter ablesbar zu gestalten, musste die Verglasung des Erdgeschosses neutral, unauffällig und in einem gewissen Sinn unsichtbar gestaltet werden. Dies gelang mit 7,50 Meter hohen Scheiben, die ohne jede Querteilung vom Boden bis zur Decke reichen und durch die profillos ausgeführten Vertikalstöße eine optisch äußerst reduzierte Erscheinung erreichen.